Sportliches in der Jod-Sole-Therme

Fitness unter Wasser

Entspannung, therapeutische Anwendungen und Wohlfühlmassagen, Schwitzen in der Sauna - für all' das steht die Jod-Sole-Therme in Bad Bevensen. Wer will, kann im Heilwasser aber auch sportlich aktiv werden, bei den Fitness-Angeboten Aquaback und SoleFit. Kein richtiger Sport? Viel zu einfach, weil das Wasser die Schwerkraft aufhebt? Nicht ganz.

Ein Artikel von Ines Utecht

Solefit: Fitnesstraining unter Wasser

Die späte Nachmittagssonne durchflutet die Therme, hinter den großen Panoramafenstern tummeln sich Badegäste in den zwei großen Außenbecken. Kurz vor 17 Uhr füllt sich drinnen langsam das Vitalbecken, Trainerin Sabrina Schmidt, 23, blonder Pferdeschwanz, sportlich, trägt die Musikanlage und Equipment fürs Wasser herbei. „„Na, heute jibt’s wohl keene Musik, heute muss se singen“, kommentiert ein älterer Berliner Sabrinas Werkeln an der Musikanlage. Seine Frau macht sich schon einmal mit ein paar Tretübungen warm. Im Becken haben sich mittlerweile mindestens 40 Leute eingefunden, jedes Alter ist vertreten, junge und ältere Paare, Frauen zu zweit oder allein, Männer ohne Anhang, Senioren. „Es gibt ganz viele Leute, die jede Woche zum Solefit kommen“, berichtet Peter Horn, seit 24 Jahren bei der Therme als Fachangestellter für Bäderbetriebe beschäftigt, „manche richten es so ein, dass sie an allen vier Terminen in der Woche kommen.“

Wann und Wo?

Mo 17 und 19 Uhr 30, Mi und Fr 17 Uhr,
Dauer ca. 25 Minuten.
Die Teilnahme ist im Eintrittspreis für die Jod-Sole-Therme (10,00 € für 120 Minuten, zzgl. 3,00 Euro für die Saunalandschaft) enthalten.

Fettverbrennung ohne Schwitzen

Die Musikanlage läuft, gedämpft, damit man Sabrinas Anweisungen noch hören kann. Es beginnt ein Warm-up mit Treten auf der Stelle und Drehungen nach links und rechts im Ausfallschritt. Beim Solefit kommen Pool-Nudeln oder Hanteln zum Einsatz. Heute sind es Styroporteller, mit denen die Teilnehmer kräftig mit den Armen gegen den Wasserwiderstand drücken sollen. Gar nicht so einfach und gleichzeitig auf der Stelle zu rennen, Bauch und Po anzuspannen und dabei das Atmen nicht zu vergessen. Sabrina drückt aufs Tempo, noch schwerer und umso anstrengender, aber jeder Einzelne kann den eigenen Fitnessgrad selbst bestimmen. Die Stimmung im Vitalbecken ist gut, und trotz der vielen Teilnehmer ist es nicht überfüllt, jeder hat ausreichend Platz für die raumgreifenden Bewegungen. Bei wärmerem Wetter findet das Training im Außenbecken statt.

Völlig schwerelos?

Der Berliner Badegast ist nicht mehr zu sehen – war es ihm zu anstrengend? Seine Frau hingegen pflügt emsig mit den Armen und Beinen durchs Wasser, und versucht dabei das Gleichgewicht zu halten. Der Auftrieb des jod-solehaltigen Wassers macht es nicht eben leicht, obwohl das Becken eine Tiefe von nur 1 Meter 35 hat. Der Körper möchte gerne an die Wasseroberfläche, darf aber nicht. Und dennoch, wie leicht fühlt er sich an! „Das Gute ist, dass die Übungen einerseits schonend für die Gelenke, andererseits durch den Widerstand des Wassers sehr effektiv sind“, sagt Kirsten Siewert, die mit Peter Horn und allen anderen Bademeistern das Training wechselnd durchführt. Nach etwa 20 Minuten im Wasser beginnt die Haut zu kribbeln, ein angenehm mineralisches Gefühl, ein wenig elektrisierend, auf jeden Fall vitalisierend.